Schon in den vergangenen Jahren haben wir immer die Sommermonate genutzt, um über die Alpen zu radeln. Diese perfekte Mischung aus Bergen , malerisch eingebetteter Seen ,sehenswerter Städte und das alles jenseits des Verkehrs auf wunderbaren Radwegen.

Seit wir unsere BROMPTON Räder haben ( Der Autor fährt ein BROMPTON mit 2 Gangschaltung in der Farbe lime-green), gestaltet sich jetzt auch die Anreise immer entspannter.

In Frankfurt sind wir nach getaner Arbeit um Mitternacht in den "Night-jet" der östrerreichischen Bundesbahn gestiegen ( 2 Mann Abteil inklusive Dusche, Bad, und WC -toll) und haben uns nach einem kleinen, vom Betreiber bereitgestellten Sekt, schlafen gelegt. Am nächsten Morgen um 8:30 Uhr haben wir uns fertig gemacht, unser Frühstück eingenommen um dann in Jenbach umzusteigen in den EC nach Verona. Pünktlich um 10:00 waren wir auf dem Brenner bei strahlenden Sonnenschein

Der nun folgende Radweg verläuft mit ganz moderater Steigung (2% - also auch kein Problem diesen Weg in umgekehrte Richtung bergauf zu fahren ) vom Brenner Pass auf der alten Bahntrasse von 1885 durch das Wipptal und dann weiter durch das Eisacktal nach Bozen. Kurz hinter dem Brenner biegt die Strecke durch einen Tunnel ab vom Verlauf neben der Autobahn und wir rollen bis Gössensass fernab jeglichen Verkehrs auf wunderbar glattem Asphalt. Bis Sterzing muss je nach aktuellem Ausbauzustand des Radweges auch mal eine kleine Steigung überwunden werden, aber alles in allem ein sehr komfortabler Weg. Von Sterzing geht es weiter bis Franzenfeste, hier stört die nahe Autobahn manchmal das Fahrvergnügen. Kurz hinter Franzenfeste biegen wir ab ins Pustertal und fahren nun leicht bergauf Richtung Bruneck, was nach 96 KM unser erstes Etappenziel ist.

Am zweiten Tag fahren wir, das Pustertal weiter bergauf, fahren ein paar Schlenker über die ausgeschilderten Panoramawege ( teilweise steil aber getreu des Motto des Autors: mehr als zwei gut abgestimmte Gänge beim Rad braucht´s nicht im Leben ) schaffen wir auch das , genießen die Bergwelt. Die Gefahren dieser Touren bestehen ja nicht darin irgendwo eine Panne zu erleiden , sondern in einem der schönen Restaurants entlang des Wege bei guten Essen und vielleicht dem einen oder anderen Glas Wein zu stranden. Wir schaffen es am zweiten Tag bis Toblach, wo wir gerade noch ein schönes Zimmer bekommen ( Vorsicht bei spontaner Anreise -die Region ist im Sommer gut ausgebucht!)

Am nächsten morgen starten wir bei leichtem Nieselregel Richtung Cortina d´Ampezzo und auf dem geschotterten Weg wünschen wir uns ab und zu doch grobstollige Reifen wie auf einem Mountain-bike, überqueren den Cimabanche-Pass und gönnen uns ein standesgemäßes Radler. Der Weg bis dahin ist gesäumt von atemberaubenden Blicken auf die Bergwelt der Dolomiten, die Wegführung mitten durch die Wildnis wird man nie vergessen und auch nicht das Mitleid für alle Autofahrer, die diese schönen Schluchten nie sehen werden.

Wir rollen noch weiter bis Tai di Cadore wo wir in einer schönen Trattoria hängen bleiben und uns im Dorf ein Hotelzimmer nehmen.